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S.L. oder Autónomo? Die wichtigste Entscheidung
Wenn Sie in Spanien wirtschaftlich aktiv werden, stehen Sie vor der klassischen Frage: Werde ich Einzelunternehmer (Autónomo) oder gründe ich eine GmbH-ähnliche Kapitalgesellschaft (Sociedad Limitada, S.L.)?
Die Antwort hängt stark von Ihrem Gewinn, Ihrem Haftungsrisiko und Ihrer Mitarbeiterplanung ab.
Der Autónomo (Freiberufler / Einzelunternehmer)
Der Autónomo ist die schnellste und einfachste Rechtsform in Spanien.
Vorteile
- Kein Mindestkapital: Sie können sofort starten.
- Geringe Gründungskosten: Die Registrierung beim Finanzamt (Hacienda) und der Sozialversicherung ist schnell erledigt.
- “Tarifa Plana”: Im ersten Jahr zahlen Neugründer nur eine stark reduzierte Sozialversicherungsgebühr von ca. 85 € im Monat.
Nachteile
- Unbeschränkte Haftung: Sie haften mit Ihrem gesamten Privatvermögen.
- Progressive Steuern: Wenn Ihr Geschäft skaliert, zahlen Sie schnell hohe Steuern. Der Spitzensteuersatz in der IRPF (Einkommensteuer) greift oft ab 60.000 € und kann bis zu 47-50% betragen.
- Feste Sozialabgaben: Die spanische Seguridad Social ist teuer. Sobald die Tarifa Plana abläuft, zahlen Sie abhängig von Ihrem Nettoertrag zwischen 300 € und über 500 € pro Monat – selbst wenn der Monat mal schlecht lief.
Die Sociedad Limitada (S.L.)
Die S.L. ist das direkte Pendant zur deutschen GmbH.
Vorteile
- Haftungsbeschränkung: Das finanzielle Risiko ist auf das eingesetzte Stammkapital beschränkt. Ihr privates Haus auf Mallorca ist sicher.
- Feste Körperschaftsteuer: Auf Unternehmensgewinne zahlen Sie eine Flat-Tax. Im Allgemeinen 25%.
- Steuer-Hack für Neugründer: Neu gegründete S.L.s profitieren in den ersten zwei Jahren mit Gewinn von einem reduzierten Satz von 15%.
- Image: Eine Kapitalgesellschaft wirkt gegenüber B2B-Kunden und Banken professioneller.
Nachteile
- Gründungsaufwand: Man benötigt eine spanische NIE-Nummer für alle Gesellschafter, ein Bankkonto, einen Notartermin in Spanien und die Registrierung im Handelsregister.
- Kapital: Sie benötigen mindestens 3.000 € Stammkapital (dank neuer Gesetze inzwischen auch ab 1 € gründbar, bringt in der Praxis aber oft Bankprobleme mit sich).
- Buchhaltungscosts: Die monatlichen Kosten für den Gestor (Buchhalter) sind höher als beim Autónomo.
Ab wann lohnt sich die S.L.?
Als Faustregel gilt: Wenn Sie ein rein digitales Business (Consulting, Agentur, Freelancing) haben und über 50.000 € bis 60.000 € Jahresgewinn erwirtschaften, wird der Autónomo steuerlich zu teuer. In diesem Fall schützt Sie die 25% (bzw. 15%) Körperschaftsteuer der S.L. vor der progressiven Einkommensteuer-Keule.
Zudem ermöglicht die S.L., Gelder im Unternehmen zu thesaurieren (zu parken) und für zukünftige Investments steuergünstig zu nutzen.
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Carlos Ruiz (Senior Partner, Barcelona)
Dieser Artikel wurde verfasst von unserem offiziellen Partner und Experten für lokales Steuerrecht. Vertrauen Sie auf echte, lokale Expertise und rechtssichere Beratung für Ihr internationales Setup.