Spanien

Vermögenssteuer in Spanien: Was Auswanderer wissen müssen

Die spanische Vermögenssteuer (Impuesto sobre el Patrimonio) im Detail. Warum Regionen wie Madrid und Andalusien jetzt Steuerparadiese für Reiche sind.

Von Carlos Ruiz (Senior Partner, Barcelona) 20. August 2025
Vermögenssteuer in Spanien: Was Auswanderer wissen müssen

Die am meisten gefürchtete Steuer Spaniens

Während Deutschland die Vermögenssteuer 1997 ausgesetzt hat, ist sie in Spanien bittere Realität. Die Impuesto sobre el Patrimonio (Vermögenssteuer) ist der Hauptgrund, warum viele High-Net-Worth Individuals (HNWIs) zögern, ihren Hauptwohnsitz nach Spanien zu verlegen.

Sobald Sie in Spanien steueransässig sind (mehr als 183 Tage pro Jahr), sind Sie mit Ihrem weltweiten Vermögen steuerpflichtig. Das betrifft Immobilien (weltweit), Aktiendepots, Kryptowährungen, Luxusuhren, Yachten und Firmenanteile.

Wie hoch ist die Vermögenssteuer?

Es gibt auf staatlicher Ebene einen Freibetrag von 700.000 € pro Person. Zusätzlich gibt es einen Freibetrag von 300.000 € für den selbst genutzten Hauptwohnsitz (Vivienda habitual). Ein Ehepaar kann also theoretisch bis zu 2 Millionen Euro steuerfrei halten.

Alles darüber hinaus wird progressiv besteuert, mit Sätzen von 0,2% bis zu 3,5% (je nach autonomer Region) – und das jedes Jahr!

Der föderale Trick: Madrid und Andalusien

Spanien ist in autonome Regionen unterteilt, und diese haben die Macht, die Vermögenssteuer zu modifizieren. Hier liegt die Lösung:

Die Regionen Madrid und Andalusien haben die Vermögenssteuer de facto abgeschafft! Sie erheben einen 100%igen Rabatt (Bonificación) auf die fällige Steuer. Wenn Sie also nach Marbella (Andalusien) oder Madrid ziehen, müssen Sie zwar ab einem bestimmten Vermögen eine Erklärung abgeben, zahlen aber am Ende 0 €.

Auch andere Regionen wie Galicien und Kantabrien bieten massive Rabatte an. Achtung: Auf den Balearen (Mallorca, Ibiza) und in Katalonien (Barcelona) wird die Steuer in voller Höhe erhoben!

Die neue “Reichensteuer” (Impuesto de Solidaridad)

Weil die Zentralregierung in Madrid nicht glücklich darüber war, dass Regionen wie Andalusien die Reichen anlocken, wurde Ende 2022 die sogenannte Solidaritätssteuer für große Vermögen eingeführt.

Diese greift spanienweit, ABER erst ab einem Nettovermögen von über 3 Millionen Euro. Das bedeutet:

Der ultimative Schutzschild: Das Beckham Law

Wenn Sie zu den wirklich Vermögenden gehören und nach Mallorca oder Barcelona ziehen wollen, gibt es nur einen sauberen Ausweg: Das Beckham Law.

Wenn Sie sich erfolgreich für das Beckham Law qualifizieren (z.B. durch Entsendung, Remote-Work oder als Geschäftsführer eines innovativen Startups), werden Sie steuerlich wie ein Nicht-Resident behandelt. Die Konsequenz: Sie zahlen in Spanien nur Vermögenssteuer auf Vermögenswerte, die sich physisch in Spanien befinden. Ihr globales Portfolio (Immobilien in DACH, Depots, Krypto) bleibt komplett steuerfrei, egal in welcher spanischen Region Sie leben.

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Carlos Ruiz (Senior Partner, Barcelona)

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